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Am 25.04.1926 wurde auf der Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr unter Tagesordnungspunkt 9 beschlossen, eine Feuerwehrkapelle zu gründen

Protokoll vom 25.04.1926:
Nach vorausgegangener Übung fand noch eine Versammlung statt.
1. Der Hauptmann sprach sich über den Verlauf anerkennend aus. Er bemängelte das noch etwas langsame Anrücken.
2. Ablage der Rechnung für 1925. Nach Vorlesen der Rechnung .......
9. Auf Antrag wird beschlossen eine Feuerwehrkapelle zu gründen. Auf Befragen wird ein Beitrag von 45 RM von den Anwesenden gezeichnet. Es wird eine Kommission zur freiwilligen Sammlung in der Gemeinde gewählt und besteht aus folgenden Kameraden:

Lindert, Katzmann, Brunke, Barsch jun., Lindenberg August (Maschinist) und Witte.

Im Protokoll vom 26.09.1926 ist unter Tagesordnungspunkt u.a. zu lesen, dass die Überschüsse vom Theater- und Tanzabend, Weihnachten oder Neujahr der zu gründenden Kapelle zukommen sollen.

Weiter heißt es im Tagesordnungspunkt 4:

4. Es wird beschlossen, dass gezeichnete Geld für die Kapelle im Lauf von vier Wochen einzusammeln. Kamerad Lindert wird beauftragt zwei oder drei Instrumente von der Firma Josef Glassl Klingenthal, Sachsen, Postfach 18, zur Probe schicken zu lassen. Wenn dieselben zur Zufriedenheit ausfallen, sollen die Instrumente bei der Firma bestellt werden. Die der Kapelle beitreten, werden auch in der Wehr aufgenommen.

Dank der großen Unterstützung der gesamten Gemeinde wurde es möglich, die nötigen Geldbeträge für Instrumente zur Ausstattung einer Kapelle zu beschaffen.

Endlich, am 26. November 1926 war es geschafft. Unter dem Vorsitz des Kameraden Louis Witte, dem zweiten Feuerwehrhauptmann August Rinne und dem Schriftführer, Landwirt Heinrich Wöckener, wurde die Gründung vollzogen.

Gründungsmitglieder:

Karl Bennecke, Heinrich Brenneke, Karl Brunotte, Heinrich Borns, Hermann Cölle, Friedrich Garbe, Otto Geschwind, August Hunze, Karl Jagau, Heinrich Kämmerer jun., Otto Klages, Adolf Kreibohm, Heinrich Kämmerer sen., Heinrich Kyrieleis, Hermann Lindert, Fritz Meier, August Müller, August Lindenberg, Alfred Quedenbaum, Karl Rinne, Karl Schäfer, Theodor Schnelle, Fritz Priegnitz und August Wolter.

Insbesondere haben sich um die Kapelle folgende Kameraden verdient gemacht:

Der Landwirt Karl Bennecke und der Maschinist Hermann Lindert bemühten sich um die Beschaffung der Instrumente. Heinrich Kyrieleis machte sich um die Sammlung von Geld und Spenden verdient und August Lindenberg durch die Unterrichtung der musikbegabten Männer in der Musiklehre, wodurch er eine Stammmannschaft bereitstellte.

Der Landwirt Karl Bennecke wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt und als Dirigent der Musiker Robert Hasse bestellt. Weiterhin wurde beschlossen, die laufenden Dirigentenkosten von der Feuerwehrkasse zu bestreiten.

Am 10. Juli 1927 konnte dann in Verbindung mit dem 25jährigen Jubiläum der Feuerwehr das erste Gründungsfest unter gewaltiger Beteiligung der Einwohnerschaft und auswärtiger Vereine mit einem Zeltfest "Auf der Rotten" gefeiert werden. Obwohl es in Strömen regnete und der Zeltplatz und die Zelte teilweise unter Wasser standen, wurde fröhlich - und "bestimmt auch kräftig, weil man ja nunmehr eine Kapelle hat" (Anm. d. Red.) - gefeiert.

Das erste Frühjahrskonzert wurde gemeinschaftlich mit dem Männergesangverein Eitzum auf dem Saal der Gastwirtschaft Heinrich Klages durchgeführt.

Ab dem 27. Januar 1932 wechselte die musikalische Leitung auf den Dirigenten Conrad Bayer aus Almstedt, der als Entgelt 3,00 RM pro Übungsabend erhielt. Weiterhin führt die Kapelle mit Beschluss vom 09. April 1932 eine eigene Kasse.

Protokoll (Auszug) der Versammlung vom 09.04.1932 im Lokal Heinrich Klages:

Punkt 1
Um 8 1/2 Uhr wurde die Versammlung vom Hauptmann Witte eröffnet ........

Punkt 2
Es wird beschlossen, dass die Kapelle vom 1. April 1932 ab eine eigene Kasse führen soll. Aus der Feuerwehrkasse soll dieser vorläufig ein Jahreszuschuss von 40,00 Mark zufließen.

Durch den Krieg musste die Kapelle, wie viele andere Vereine auch, Ihre Tätigkeiten einstellen. An dieser Stelle gedenken wir in Ehrfurcht unserer Kameraden August Wolter und Otto Klages, die aus dem Krieg nicht zurückgekehrt sind.

Erst 1947 wurde die Kapelle wieder aktiv. Unter dem Vorsitzenden Karl Bennecke und dem Dirigenten August Wolter aus Gronau ging es regsam weiter. 1949 wurde der Taktstock an Willi Kemna aus Elze übergeben.

Aufgrund von Unstimmigkeiten in der Kapelle wurde 1954 die Tätigkeit zunächst eingestellt.

Dank des uneigennützigen Einsatzes von Schlachtermeister Ernst-August Klingebiel sowie der Unterstützung des derzeitigen Gemeindebrandmeisters Heinrich Krull und dem Bläser Konrad Rogge konnte die Kapelle im Jahre 1958 wieder ins Leben gerufen werden. Mit jungen Bläsern und frischem Elan ging es unter der Stabführung von Willi Kemna und dem Vorsitz von Ernst-August Klingebiel zügig voran. Schon 1959 konnte die Kapelle bei einem Zeltfest auf der Wiese des Landwirts Albert Rehse ihr Können unter Beweis stellen. 1960 wurde durch die Initiative der Kapelle ein Dorffilm unter Beteiligung fast aller Betriebe und Vereine der Ortschaft gedreht.

Damals gab es drei Übungslokale in der Gemeinde, so dass zum Jahreswechsel mit Notenschrank und Utensilien in das nächste Lokal umgezogen wurde. Der Notenschrank - 1953 von Tischlermeister Adolf Kreibohm sen. gestiftet und 1986 von Manfred Kyrath renoviert – existiert heute noch im besten Zustand.

Neben Willi Kemna führten in den folgenden Jahren auch die Dirigenten Fritz Schindler und Oskar Meier den Taktstock.

Im Jahre 1969 musste sich die Kapelle aufgrund neuer Richtlinien des Niedersächsischen Feuerwehrverbandes in „Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr ....“ umbenennen.

1970 wurde Klaus Tippenhauer Dirigent. 1971 übernahm aber wieder Willi Kemna die Dirigententätigkeit bis 1987.

Neben der Feuerwehruniform tritt der Musikzug auch seit vielen Jahren schon in der „Despetaler Tracht“ auf.
Die Tracht kommt beim Publikum sehr gut an, weil sie im Gegensatz zur Uniform lockerer wirkt. 1993 wurden die "Knickerbocker" jedoch nach übereinkommender Meinung fast aller Mitglieder durch eine lange schwarze Hose ersetzt.

In den Jahren 1971, 1976, 1981, 1986 und 1992 wurden die Jubiläen immer mit einem großen Zeltfest gefeiert und viel geboten: Das Heeresmusikkorps I aus Hannover, sowie namhafte Künstler, bekannt aus TV und Rundfunk, waren dabei.

Von 1987 bis 2003 führte Burkhard Schirdewahn den Taktstock des Musikzuges. Seinem Engagement und seinem Können ist es zu verdanken, dass der Musikzug einen musikalischen Wandel, ohne Traditionen vergessen zu müssen, vollziehen konnte und weiterhin musikalisch gut ankommt. An dieser Stelle soll ausdrücklich auch Karl-Henning Jagau ein Dank für seine vor Jahren geleistete Jugendarbeit ausgesprochen werden, aufgrund derer der Musikzug Eitzum letztendlich noch heute besteht.

Ein besonderes Fest war das 70jährige Jubiläum, das im Rahmen des 1000jährigen Dorfjubiläums durchgeführt werden konnte. In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist der erste Auftritt des Musikzuges im Fernsehen. Der Fernsehsender SAT 1 suchte und fand Eitzum für eine Reportage über das Leben und die Tradition auf dem Lande. Das ganze Dorf musste sich für die Aufnahmen unter Mitwirkung aller Verbände und Vereine herausputzen und im wahrsten Sinne des Wortes etwas "auf die Beine stellen". Dieses Ereignis wird jedenfalls allen Eitzumerinnen und Eitzumern in guter Erinnerung bleiben, ob es der Gesang von Wilma Conrades und Agnes Herrmann im Garten von Landwirt Erich Fischer ist, die Schmiedekunst von Hartmut Schreiber oder die Fahrt mit dem Bulldog von Landwirt Heinz Brennecke, um nur einige zu nennen.
Das 1000jährige Dorfjubiläum wurde drei Tage unter guter Bewirtung vom Gasthof Heinrich Klages in einem großen Festzelt gefeiert. Hervorzuheben ist die Fotoausstellung im Gasthof Heinrich Klages sowie der großartige Bauernmarkt am Sonntag; beides mit viel Engagement hervorragend organisiert von Albert Rehse jun. und Jürgen Klingebiel. Es wurde auch wieder ein Film aufgenommen, der an den bereits bestehenden Film von 1960 anknüpft und Eitzum im Wandel im Wandel der Zeit zeigt.

Nach der 1000-Jahr-Feier verliefen die Aktivitäten des Musikzuges in gewohnter Weise mit den üblichen Auftritten in jedem Jahr. Ein Einschnitt fand erst wieder im Jahr 2000 statt. Um die musikalischen Anforderungen zu steigern und etwas "Neues" zu machen, wurde entschieden, das traditionelle Frühjahrskonzert in einem anderen Rahmen zu veranstalten. Die 30jährige Tradition, das Konzert zusammen mit dem Musikverein Eberholzen durchzuführen, wurde aufgeben. So konnten bereits beim nächsten Konzert im Jahr 2001 anstatt 120 Konzertbesucher ca. 200 und im darauffolgenden Jahr immerhin auch 170 interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer gezählt werden.
Im Frühjahr 2003 stand wieder ein Dirigentenwechsel an. Erstmals in der Geschichte des Musikzugs erlangte ein Mitglied aus den eigenen Reihen diese Qualifikation. Im April wurde Dirk Klein aus Barfelde nach Mehrheitsbeschluss der Mitglieder zum musikalischen Leiter ernannt, nachdem er bereits in den Jahren zuvor das Amt des Chorpsführers ausgeübt und den Dirigenten vertreten hatte. Dirk Klein absolvierte im gleichen Jahr die C2- und C3-Prüfung an der Bundesmusikschule Altgandersheim und erlangte die Qualifikation „Dirigent für Blasorchester“.
Das darauffolgende Frühjahrskonzert 2004 wurde dann zusammen mit dem Musikverein Eberholzen und dem Musikzug der FF Betheln durchgeführt.
Auf der Jahreshauptversammlung 2004 wurde beschlossen, den "Musikzug Eitzum" in "Musikzug Despetal der Ortsfeuerwehr Eitzum" umzubenennen.
Nachdem das 75jährige Jubiläum um ein Jahr verschoben und zusammen mit dem 100jährigen der Freiwilligen Feuerwehr 2002 als Zeltfest "Am Fillerkamp" gefeiert wurde, nutzte man 2006 die Sporthalle in Eitzum für das 80jährige Bestehen.

Das Frühjahrskonzert 2011 stand unter dem Motto "Musik aus acht Jahrzehnten" und war die Jubiläumsveranstaltung zum 85. Geburtstag des Musikzugs. Ein gutes Jahr später, Anfang September 2012, nahm der Musikzug erstmals am Musikfest der Freiwilligen Feuerwehr im Stadttheater Hildesheim teil.

Ende 2014 schloss das letzte Übungslokal, der "Landgasthof Klages" in Eitzum seine Türen. Zwischen Weihnachten und Neujahr wurden die Sachen gepackt und in den Dorfgemeinschaftsraum der ehemaligen Schule transportiert, auch der Notenschrank fand dort einen Platz. Es sollte nur eine Übergangslösung sein, da das neue Feuerwehrgerätehaus für die drei Ortsfeuerwehren aus Barfelde, Eitzum und Nienstedt noch nicht fertiggestellt war. Der Gruppenraum sollte vom Musikzug für den Übungsbetrieb genutzt werden können, außerdem gibt es einen Abstellraum für Noten und Instrumente. So wurde dann auch die Feier des 90jährigen Bestehens in das Jahr 2017 gelegt und im Juni in der Fahrzeughalle des Gerätehauses ein Jubiläumskonzert gegeben. Im April 2018 erfolgte der Zusammenschluss der drei Ortswehren zur "Freiwilligen Feuerwehr Despetal", somit ist die "Ortsfeuerwehr Eitzum" nicht mehr existent und der Musikzug heisst jetzt nur noch "Musikzug Despetal".

Dirigenten der Kapelle bzw. des Musikzuges:

Robert Hasse aus Eberholzen
Karl Bayer aus Gronau
Conrad Bayer aus Almstedt
August Wolter aus Gronau
Fritz Schindler aus Diekholzen
Oskar Meier aus Diekholzen
Klaus Tippenhauer aus Eitzum
Willi Kemna aus Rheden (1987 Ehrendirigent)
Burkhard Schirdewahn aus Brüggen
Dirk Klein aus Barfelde

Vorsitzende und Musikzugführer:

1926 bis 1954 Karl Benneke
1958 bis 1969 Ernst-August Klingebiel (Ehrenmusikzugführer)
1969 bis 1970 Konrad Rogge
1970 bis 1986 Dieter Jung
1986 bis 1996 Alfons Rommel
1996 bis 2005 Norbert Klages
2005 bis 2010 Tamara Klein
2010 bis 2015 Olaf Kreth

 

seit 2016 Markus Matzke

 

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